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20:50 - 18.05.2012

Chronik Teil I (1948 bis 1972)

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in der „Schlechten Zeit“, rückten die Menschen überall zusammen und bliesen dem Vereinsleben neuen Atem ein. So auch die Fußballer beim „Bertsch“. Bei beschafftem Apfelwein der Familie Stockum und gespendeten Fastnachtskräppeln – vom Volke Karl – heckte man manchen Streich aus. Kappenabend und Maskenball am Rosenmontag hatte man schon veranstaltet. Eines Abends meinte Walter Weigel zu Heinrich Ammann, karnevalistische Veranstaltungen – wie in Dieburg, Groß-Umstadt oder Erbach – müssten auch in Höchst möglich sein. Also machten sich einige Fastnachtsverrückte auf nach diesen Karnevalshochburgen und nahmen Verbindungen auf. Daraufhin gründete man im Herbst 1947 einen Elferrat.

Zu Beginn der ersten Sitzung 1948 stellte der sogenannten Amtsdiener Helmut Kluge mit kräftigem „Kolem Helau“ den ersten Elferrat vor. Als Zeremonienmeisterinnen fungierten Lotte Engel und Elfriede Mohr. Man hatte selbstverständlich Gastredner aus Groß-Umstadt und Dieburg eingeladen. Diese Veranstaltung übertraf alle Erwartungen, so dass sie  am darauffolgenden Mittwoch wiederholt werden musste.

Schlagzeilen der Presse in der Aufbauzeit:

„Galasitzung mit Wiederholung, Narrenschiff Ahoi. Damenelferrat begeisterte in Höchst. Die Sterne leuchten in Höchst. Fünf frohe Stunden der Karnevalsabteilung. Närrisch wie immer, nur dreimal schlimmer. Beim CCH – war alles da. In Höchst ging es hoch her – einfach Klasse“.

Die ersten Büttenredner und Büttenrednerinnen laut Zeitungsbereichten: Erich Riemp, Heinrich Ammann, Fritz Pilger, Walter Weigel, Helmut Kluge, Hans Stockum, Kurt Hofferbert, Robert Stockum, Gudrun Nabinger, Gerda Pelger, Anna Mohr, Loni Stockum, Kätha Mohr, Karl Urban, Willi Wölfelschneider, Franz Neumann, Hans Hallstein. Gesangsgruppe Stockum/Herrmann mit Hainstadt.

1954 wurde das erste Männerballett gegründet. Am Anfang wurden noch närrische Fußballspiele ausgetragen. Bei befreundeten Vereinen erwarben sich die Höchster Karnevalisten hohes Ansehen. Man steigerte sich kontinuierlich von Jahr zu Jahr.

Am 31.01.1959, um 16:11 Uhr, wurde am Bahnhof das erste Prinzenpaar empfangen und vorgestellt. Diese Neuerung wurde dann jährlich fortgesetzt. Inzwischen hatte man das Höchster Bergfest ins Leben gerufen; einzig und allein zur Verbesserung der Finanzlage, denn ein echtes karnevalistisches Treiben erforderte doch einige Mittel. Zu erwähnen wäre allerdings noch, dass die ersten Karnevalisten aus eigener Tasche das närrische Geschehen finanzierten. Man füllte den Apfelwein in Weinflaschen, nur um den Schein zu wahren. Es wurde halt vieles improvisiert.

Ein Bereicht im Jubiläumsjahr 1959: DT – Gespräch mit Heinz Mohr. Vor elf Jahren, als am Rosenmontag des Jahres 1948 ein närrisches Fußballspiel ausgetragen wurde, hat wohl niemand geahnt, dass damit die Geburtsstunde des CCH geschlagen hatte. Es waren zwar Elferratssitzungen vorausgegangen, diese hatten aber den Charakter geschlossener Gesellschaften. Hauptsächlich der Initiative von Heinz Mohr, Heinrich Ammann und Robert Stockum ist diese Aufwärtsentwicklung zu verdanken.

Am Anfang war der CCH eine Untergruppe der Fußballer beim TSV. Dann war er eine Theatersparte unter der Leitung von Heinz Mohr, welche den Karnevalsgedanken förderte. Aus dieser Sparte wuchs dann im Jahre 1953 eine selbständige Karnevalsabteilung, die schon mit größeren Sitzungen und Veranstaltungen an die Öffentlichkeit trat.

Und im Jahre 1956 wurde dann der Carneval-Club „Blau-Gelb“ e. V., Höchst/Odw. eingetragen. Erster Vorsitzender: Heinrich Ammann und Präsident Heinz Mohr.

Am 31. März 1960 gab 1. Vorsitzender Heinz Mohr in der ordentlichen Mitgliederversammlung bekannt, dass der Mitgliederstand die ansehnliche Zahl von 159 aufweist. Inzwischen war Heinz Mohr, ob seiner großen Verdienste, zum Ehrenpräsidenten ernannt worden.

Heinz Schech wurde zum General befördert und befehligte die Garde. Am 9. Februar 1963 präsentierte sich der erste Damenelferrat des CCH: Präsidentin Gerda Pelger, Kätha Mohr, Erika Würtemberger, Magda Boländer, Rosel Heusel, Anni Wölfelschneider, Erna Schech, Else Siebert, Helga Stockum, Anna Mohr, Annemarie Menzer, Irma Hild und Marianne Diek. 1965 stellte man einen doppelten Elferrat vor. 11 Damen und 11 Herren unter dem Ehrenpräsidenten Heinz Mohr. Heinz Schech wurde zum Generaloberst befördert.

Verfasser Werner Volk